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Neutestamentliche Evangelisation ist nicht das, was du denkst, Teil 1 von 2

5/2/2026

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NT evangelism not what you think, 1 of 2 
Neutestamentliche Evangelisation ist nicht das, was du denkst, Teil 1 von 2
 
Hallo zusammen,
 
wie viele Pastoren haben ihre Gemeinden mit Schuldgefühlen und Verurteilung überhäuft, weil sie nicht genug Menschen für Jesus gewonnen haben? Gemeindliche Evangelisationsaktionen rühmen sich der Zahl derer, die für Christus gewonnen wurden, wie ein Revolver­held im amerikanischen Wilden Westen, der für jeden getöteten Mann eine Kerbe in seinen Gürtel schnitzt. Aufgrund dieser Erwartungen glauben viele Christen, sie würden Gott enttäuschen oder seien keine guten Christen, weil sie nicht viele Menschen für Jesus gewonnen haben.
 
Aber wenn wir die Anstrengungen vergleichen, die die moderne Gemeindekultur in die Evangelisation steckt, und wir dies dann mit dem vergleichen, was das Neue Testament tatsächlich sagt, werden wir feststellen, dass es einen riesigen Unterschied gibt. Obwohl der Herr einen Menschen annimmt, ganz gleich, wie er zu ihm kommt, beschreibt die Schrift doch, wie die Urgemeinde viele Menschen so schnell für den Herrn gewonnen hat.
 
Rein analytisch betrachtet haben all diese Evangelisationskampagnen und Einsätze kläglich versagt, Nationen, Gesellschaften und Kulturen zu verändern.
 
Der erste Unterschied: Jesus hat nie gesagt, man solle Menschen wiedergeboren machen
In unserer Kultur dreht sich alles darum, Menschen „wiedergeboren“ zu sehen. Jesus hat das nicht gelehrt. In Johannes 3,3, bei einem privaten Treffen zwischen Jesus und Nikodemus in der Nacht, sagte Jesus ihm, dass ein Mensch wiedergeboren werden müsse, um das Reich Gottes zu sehen. Das ist eine Aussage darüber, was mit dem menschlichen Geist geschieht, wenn er durch den Heiligen Geist neu geschaffen wird. Es war niemals eine evangelistische Methode. Jesus hat den Jüngern nie gesagt, sie sollten einen Menschen wiedergeboren werden lassen. Er hat den Begriff „wiedergeboren“ nie in eine Botschaft an die Öffentlichkeit aufgenommen.
 
Evangelisation ist zu einer Kopfzählung geworden, zu einem Handzeichen, meist in unpersönlichen Auditorien, Stadien oder sogar Zelten, mit dem einzigen Fokus darauf, diese für Jesus erhobenen Hände zu sehen. Es gibt keine Beziehung, nur eine Zählung der Anwesenden. Kannst du dir vor­stellen, dass Jesus das unter den Fünftausend getan hätte, als er Brote und Fische vermehrte? Kannst du dir vorstellen, dass er ihnen nach dem Wunder gesagt hätte: „Beugt jetzt alle den Kopf und schließt die Augen, damit ich sehen kann, wer glaubt, dass ich der Messias bin?“ Natürlich nicht. Seine Kultur und die moderne Gemeindekultur sind zwei sehr verschiedene Dinge. Warum richten wir uns also in unserem Glauben nicht nach seiner Kultur, anstatt zu versuchen, ihn in unsere Kultur zu zwängen?
 
Was er tatsächlich sagte, steht in Matthäus 28,19–20:
„Geht hinaus in die ganze Welt … und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Das Wort „befolgen“ bedeutet hier, zu beobachten und zu tun. Jesu Vorstellung von Evangelisation ist es, die Menschen durch das Beobachten unseres Handelns zu lehren, das zu tun, was er uns geboten hat. Er sagte nicht, wir sollten versuchen, sie dazu zu bringen, sich für ihn zu entscheiden. Er sagte: Lehrt sie, zu befolgen und zu tun, was ich euch geboten habe.
 
Das griechische Wort, das mit „befolgen“ übersetzt wird, ist „tereo“, abgeleitet von „teros“, was „beobachten“ bedeutet. Es wurde damals verwendet im Sinne von „bewachen, beobachten, indem man ein Auge darauf hat“. Wir achten auf das, was Jesus uns gesagt hat, und leben es aus. Sie beobachten, wie wir genauso leben, wie Jesus es uns gesagt hat. Indem sie uns beobachten, lernen sie von Jesus und wollen Ihn in ihrem Leben haben. Lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
 
Mit unserem Mund preisen wir Ihn, mit unserem Leben bekennen wir uns zu Ihm.
 
Der Missionsauftrag ist der Auftrag, den Menschen so nahe zu sein, dass sie beobachten können, wie wir das tun, was Jesus uns gelehrt hat.
Menschen zu Christus zu führen erfordert eine Beziehung zu ihnen. Es wurde berichtet, dass nur 5 % derer, die sich bei Billy-Graham-Evangelisationsveranstaltungen für Jesus entschieden hatten, ein Jahr später noch mit dem Herrn wandelten.* Jesus sagte, wir sollen die Menschen lehren, indem wir sie „Wache halten lassen, um uns im Auge zu behalten“, während wir das befolgen, was er uns gesagt hat. *The Way of the Master; Ray Comfort.
 
Ich sage schon seit Jahren: „Jeder kann behaupten, ein Christ zu sein, aber der Vater hat es so vorge­sehen, dass Gerechtigkeit durch ein Beziehungsgeflecht bewiesen wird.“ Wir lieben den Vater vertikal, und aus der Dynamik unseres vertikalen Wandels mit Gott fließt dieses Leben horizontal nach außen zu anderen. So lieben wir den Herrn von ganzem Herzen, von ganzem Verstand und mit aller Kraft und (daher) lieben wir unsere Nächsten wie uns selbst.
 
Die Beziehungsbereiche, die das Neue Testament offenbart, zeigen, wie sich das Evangelium verbreitete:
Andreas stellte seinen Bruder Petrus Jesus vor (Joh 1,40–42). Familie.
 
Philippus stammte aus derselben Stadt, Bethsaida, wie Andreas und Petrus (Joh 1,43–44). Nachbarn.
 
Philippus hatte einen Freund, Nathanael, den er Jesus vorstellte (Joh 1,45–51). Freunde.
 
Petrus, Jakobus und Johannes waren Partner in einem Fischereibetrieb, Lukas 5,10. Arbeitskollegen.
 
Jemand, der Jesus noch nicht kennt, aber dich kennt und akzeptiert und später durch deine Beziehung zum Glauben kommt, Lukas 10,2–9. Die Person des Friedens.
 
Zu Pfingsten kamen 3.000 Menschen zum Herrn, weil sie neugierig waren, als sie die 120 in Zungen sprechen hörten. Aber das war keine organisierte Menschenmenge in einem Stadion. Wir sehen nichts Derartiges in den restlichen 30 Jahren, die in der Apostelgeschichte behandelt werden. Wir finden keinen Brief im Neuen Testament, der jemanden anweist, Massenversammlungen abzuhalten. Was wir sehen, sind diese fünf Hauptbereiche von Beziehungen. SO verbreitete sich das Evangelium im ersten Jahrhundert in Europa.
 
Und wie schnell verbreitete sich das Evangelium durch diese fünf Bereiche von Beziehungen?
  1. Thessalonicher 1,8: „Denn von euch ist das Wort des Herrn nicht nur in Mazedonien (Nordgriechen­land) und Achaia (Südgriechenland) erschollen, sondern auch an jedem Ort, wo euer Glaube an Gott bekannt ist; sodass wir nichts mehr zu sagen brauchen.“

Paulus’ Brief an die Gemeinde in der griechischen Stadt Thessaloniki gehört zu seinen frühesten Briefen, aus dem Jahr 50, etwa 20 Jahre nach Pfingsten, doch das Evangelium hatte sich bereits von den 120 am Pfingsttag in Jerusalem ausgebreitet und das ganze Land Griechenland erfüllt. Das Wort, das mit „verbreitet“ übersetzt wird, ist „execheo“, und man erkennt darin die Wortwurzel „echo“. Es bedeutet „einen Ton erzeugen“, und das vorangestellte „ex“ bedeutet „der Ton geht hinaus oder der Ton breitet sich aus“. Sie gaben die Lehren Jesu wahrhaftig wieder, und andere beobachteten ihren Weg mit dem Herrn in ihren Beziehungen.
 
Römer 1,8 & 16,19: „Zunächst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle, dass euer Glaube in der ganzen Welt bekannt ist.“ „Denn euer Gehorsam ist allen bekannt.“
 
Paulus’ Brief an die Jünger in Rom wurde im Jahr 55 oder 56 aus Korinth geschrieben, etwa fünfund­zwanzig Jahre nach Pfingsten und fünf Jahre nach seinen Ausführungen an die Thessalonicher über das Evangelium in Griechenland. Zwanzig Jahre später hatte das ganze Volk Griechenlands davon gehört. Innerhalb von weiteren fünf Jahren gab es in Rom so viele Gläubige, dass ihr Glaube „in der ganzen Welt“ bekannt war. Das Evangelium verbreitete sich nicht dadurch, dass Stadien gefüllt wurden und das Evangelium gepredigt wurde, indem man um Handzeichen bat und die Menschen zum Gebet auf das Spielfeld rief. Es verbreitete sich durch Beziehungen. DAS ist Evangelisation im Neuen Testament.
 
Philipper 4,22 – Alle Heiligen grüßen euch, vor allem die aus dem Hause des Kaisers.
 
Kolosser 1,4–6 – „Da wir von eurem Glauben an Christus Jesus und von der Liebe gehört haben, die ihr zu allen Heiligen habt … das Evangelium trägt Frucht und wächst in der ganzen Welt – so wie es unter euch geschieht seit dem Tag, an dem ihr es gehört und die Gnade Gottes in Wahrheit erkannt habt.“
 
Diese beiden Briefe waren Teil der „Gefängnisbriefe“*, die um das Jahr 64 geschrieben wurden, als Paulus im Gefängnis war. *Epheser, Philipper, Kolosser, Philemon. Innerhalb von 30 Jahren nach Pfingsten hatte sich das Evangelium sogar bis in den Haushalt des Kaisers verbreitet. Erstaunlich. Sie trafen sich alle in Häusern, nicht in Gebäuden, die „Kirche“ genannt wurden, und diese fünf Bezieh­ungs­bereiche waren die Art und Weise, wie Evangelisation betrieben wurde. Die Menschen beobachteten die Christen und wollten das, was diese hatten.
 
Wenn sich jemand fragt, was an der Kultur der Auditoriumsgemeinden falsch ist, hier ist die Antwort. Da sich die Gemeinde nach dem Auditorium-Modell in einem großen, sterilen und neutralen Gebäude versammelt, sind die Elemente eines auf Beziehungen basierenden Glaubens verschwunden. Alles bringt Frucht nach seiner Art, das heißt, wenn sich die Gemeinde in einem großen Gebäude ver­sammelt, glaubt sie, dass Evangelisation demselben Modell folgt, nämlich große Gruppen zu versammeln und zu ihnen zu predigen.
 
Die Vorstellung eines modernen Pastors von einer weltweiten Erweckung bedeutet mehr Gottes­dienste, größere Gebäude, eine wachsende Gemeinde. Was Jesus in Matthäus 24,14 darüber sagte, dass das Evangelium in der ganzen Welt verkündet werden muss, bevor das Ende kommt, stand im Kontext seiner Zeit, in der man sich in Häusern, im Freien, in kleinen Gruppen, mit Familie, Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen und dem „Mann des Friedens“ traf.
 
Nächste Woche werden wir uns ansehen, wie Paulus das Evangelium verkündete und wie der Dienst eines Evangelisten aussieht, so wie die Bibel diese Gnadengabe definiert – was sehr aufschlussreich ist.
 
Bis dahin, seid gesegnet,
 
John Fenn
Website: http://www.cwowi.org
Maile mir unter: [email protected]
 
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